Verfahren zur Anerkennung Ihrer Berufskrankheit

Welche sind die Bedingungen, um eine Entschädigung zu erhalten?

Sie können eine Entschädigung von der Föderalagentur für Berufsrisiken (Fedris) bekommen, wenn Sie drei Bedingungen gleichzeitig erfüllen:

  • Sie arbeiten in einem der folgenden Statuten:
    • Arbeitnehmer im Privatsektor,
    • Bergarbeiter oder gleichgestellte Arbeiter,
    • Seemann der Handelsmarine,
    • Sie haben nach einem Arbeitsunfähigkeitszeitraum an einer Umschulung, die aufgrund eines Gesetzes oder Dekrets organisiert ist, teilgenommen,
    • Schüler oder Student,
    • Lehrling oder Praktikant, auch wenn Sie keinen Lohn beziehen, oder
    • Arbeitnehmer in einer Provinzial- oder Gemeindeverwaltung (spezifisches Verfahren).
  • während dieser Beschäftigung wurden Sie dem Berufsrisiko, das mit ihrer Krankheit zusammenhängt, ausgesetzt. Dies bedeutet, dass das Risiko, diese Krankheit zu bekommen, auf Ihrer Arbeit viel größer ist als in der übrigen Gesellschaft. Ihre Krankheit ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Sie während Ihrer Arbeit diesem Risiko ausgesetzt wurden;
  • Sie leiden an einer Krankheit, die auf der Liste der Berufskrankheiten steht oder – wenn dies nicht der Fall ist – Sie können selbst beweisen, dass ein direkter Kausalzusammenhang zwischen Ihrer Krankheit und Ihrem Beruf besteht.

Es gibt keine Pflichtversicherung gegen Berufskrankheiten für Selbständige. Diese können sich an die Kranken- und Invalidenversicherung für Selbständige wenden.
Wenn Sie in einem anderen öffentlichen Dienst arbeiten, kontaktieren Sie am besten Ihren Personaldienst, der den betreffenden medizinischen Dienst benachrichtigen wird (Medex, Ethias...). Dieser Dienst wird dann ein medizinisches Gutachten bei Fedris beantragen können.

Wie beantrage ich eine Entschädigung?

Als (aktueller oder ehemaliger) Arbeitnehmer einer Gemeinde oder Provinz

Das Verwaltungsverfahren kann in jeder Gemeinde oder Provinz verschieden sein. Für weitere Auskünfte kontaktieren Sie am besten Ihren Personaldienst. In der Praxis arbeiten Gemeinden und Provinzen immer mit Fedris zusammen. Als Arbeitnehmer müssen Sie also immer das Formular 601D ausfüllen und Ihren Arzt darum bitten, das Formular 603D auszufüllen. Der Personaldienst wird das Formular 601D ausfüllen und Fedris beide Formulare (eventuell mit medizinischen Beweisen) zuschicken. Fedris wird der Gemeinde oder Provinz seine Stellungnahme mitteilen. Die Verwaltung entscheidet selbst, ob sie Ihnen eine Entschädigung gewährt oder nicht. Sie sind ebenfalls mit der Auszahlung beauftragt. Fedris zahlt ihnen als Rückversicherer das Geld zurück.

Als (aktueller oder ehemaliger) Arbeitnehmer im Privatsektor

Sie füllen das Formular 501D aus und bitten Ihren Arzt, das Formular 503D auszufüllen. Beide Formulare schicken Sie (eventuell mit medizinischen Beweisen) Fedris zu.

Was geschieht nach dem Antrag?

Ein Antrag kann bei Fedris verschiedenen Wegen folgen. Fedris entscheidet sich immer für den Weg, der am schnellsten zu einer Entscheidung führt. Manchmal werden bestimmte Überprüfungen zuerst durchgeführt, in anderen Fällen werden alle Überprüfungen gleichzeitig erfolgen. Das Standardverfahren ist folgendes:

  1. Fedris führt eine verwaltungstechnische Kontrolle des Antrags durch und bittet eventuell um ergänzende Informationen.
  2. Ein Arzt untersucht die Formulare und die eventuellen medizinischen Beweise. Manchmal bittet der Arzt um ergänzende medizinische Unterlagen. Oft werden Sie sich einer ärztlichen Untersuchung bei Fedris unterziehen müssen (Einladung per Brief).
  3. Ein Ingenieur untersucht, ob Sie dem Berufsrisiko, das mit Ihrer Krankheit zusammenhängt, für die Sie eine Entschädigung beantragen, ausgesetzt wurden.
  4. Auf der Grundlage dieser Informationen schickt Ihnen Fedris eine mit Gründen versehene Entscheidung per Einschreiben zu. Wenn Sie eine positive Antwort bekommen, wird die Entscheidung unter anderem folgende Informationen beinhalten:
  5. Fedris zahlt Ihnen die Entschädigung direkt aus (oder der Provinz oder Gemeinde, nachdem sie Ihnen die Entschädigung ausgezahlt hat).
  6. Wenn Sie mit der Entscheidung nicht einverstanden sind, können Sie vor dem Arbeitsgericht (auf Französisch) Beschwerde einreichen. Diese Beschwerde muss unter der Form eines kontradiktorischen Antrags oder einer Ladung und innerhalb eines Jahres nach dem Datum, an dem die Entscheidung Ihnen mitgeteilt wurde, eingereicht werden.
  7. Langfristig können ergänzende Untersuchungen vorgesehen werden, um den Verlauf der Krankheit zu überwachen.